Auenhof!





Stand 08/2017

Wie finanziert sich die SoLawi genau? Was ist eine Bieterrunde
Solidarische Landwirtschaft ist eine Wirtschaftsform, in der BäuerInnen und AbnehmerInnen kooperieren. Vor Beginn des Wirtschaftsjahres wird von uns das Budget für ein Jahr errechnet und auf der Jahresvollversammlung vorgestellt. Darein fließen z.B. die Gehälter, Saatgut, Pacht, Material, Geräte, Kosten für die Lieferung etc. Daraufhin findet die sogenannte Bieterrunde statt. Hier wird mit allen Mitgliedern gemeinsam versucht, das Budget abzudecken: Aus dem Jahresbudget lässt sich ein Mittelwert für den einzelnen Ernteanteil, der Richtwert, ermitteln . Die Mitglieder bestimmen nun ihren Beitrag selbst, je nach finanziellen Möglichkeiten kann jeder auch mehr oder auch weniger geben. Ziel ist es, dass gemeinsam das Jahresbudget gedeckt wird, indem sich höhere und niedrigere Beiträge ausgleichen. Die Teilnahme an der Bieterrunde ist für die Mitgliedschaft verpflichtend. Man kann sich aber auch vertreten lassen (z.B. in WGs).

Wie teuer ist die Mitgliedschaft in der SoLawi?
Euren Mitgliedsbeitrag bestimmt ihr selbst (s.o.). Im Jahr 2017 liegt der Richtwert bei durchschnittlich 1071,72€ jährlich oder 89,31 monatlich pro Mitglied. Die Höhe des Richtwertes variiert von Jahr zu Jahr aufgrund der sich verändernden Investitionen, laufenden Ausgaben und Personalkosten. Wie oben beschrieben soll es aber jedem/r TeilnehmerIn ermöglicht werden, einen für ihn/sie leistbaren Beitrag zu zahlen.

Wie lange gilt eine Mitgliedschaft?
Die Mitgliedschaft gilt immer für ein Jahr, und zwar vom 1. März bis zum 28. Februar. 2016 gab es noch viele späte Neuzugänge, da wir zum Zeitpunkt der Gründung viele Anteile noch nicht vergeben hatten. Wir wünschen uns, zu Beginn der Saison mit allen Ernteanteilen zu starten, da diese Verbindlichkeit eher unserer Idee von solidarischer Teilnahme entspricht.

Gibt es eine Probemitgliedschaft?
Das widerspricht leider der SoLawi-Idee, wo Gärtner und Abnehmer sich die Finanzierung bzw. die Abgabe des Gemüses für jeweils ein Jahr verbindlich zusichern. Um sicher zu wirtschaften, müssen die Gärtner mit einem gesicherten Budget rechnen können. Wir haben 2016 einzelne Probeanteile vergeben, was aufgrund der fehlenden Ernteanteile in der ersten Jahreshälfte der Mitgliederwerbung diente. Es ist aber manchmal möglich, einzelne gespendete Anteile zu ergattern, wenn Mitglieder z.B in den Urlaub fahren.

Was ist, wenn ich früher austreten will/muss?
Dann solltest du eigenständig einen "Nachmieter" für den Rest des Wirtschaftsjahres finden. Wir führen eine Warteliste und helfen dir dabei.

Wie groß ist ein Ernteanteil?
Wir versuchen, den Anteil danach zu berechnen, was eine Person, die nahezu täglich mit Gemüse kocht, in der Woche braucht. Dies kann man jedoch nicht kalkulieren, da die Koch- und Essgewohnheiten der Mitglieder sehr unterschiedlich sind. Im Sommer kann das zum Beispiel so aussehen:


Grundsätzlich hängt die Menge und Art des Gemüses sehr stark von der Saison ab. Auch Ernteausfälle einzelner Kulturen aufgrund von Witterungsverhältnissen oder anderen Unwägbarkeiten sind möglich. Fest steht, dass sich die Essgewohnheiten der Versorgung mit unserem saisonal verfügbaren Gemüse anpassen müssen, da es naturgemäß zu bestimmten Zeiten viel Blattgemüse, zu anderen Zeiten viel Wurzel- und Lagergemüse gibt. Daneben gibt es im Sommer und Frühherbst eine große Vielfalt an Gemüsearten vom Acker zu ernten, während es im Winter und zeitigem Frühjahr in erster Linie Lagerware gibt, da es draußen karg ist und die Vegetation stillsteht. Vorratshaltung wird wieder angesagter. Außerdem ist der Effekt nicht zu unterschätzen, dass man sich durch eine konsequent saisonale Versorgung um so mehr auf die Tomaten im Sommer und den Feldsalat im Winter freut. Wir versuchen natürlich, möglichst keine Lieferpausen entstehen zu lassen, was vom Gelingen unserer Gemüselagerung und der Witterung abhängt. Beispiele für Anteile im Juli und Februar aus dem Jahr 2016/17:





Was ist der Unterschied zu einer Abo-Kiste?
Das Prinzip der Solawi unterscheidet sich grundlegend von der Idee eines Gemüse-Abos. Hinter einer Solawi steht das Ideal einer solidarischen Gemeinschaft, in der die Mitglieder "ihren" Hof gemeinsam wirtschaftlich tragen, während der Hof sie dafür mit hofeigenem Gemüse versorgt. Eine Abo-Kiste dagegen ist vielmehr ein Service, der seinen Kunden neben eigenen Produkten auch zugekaufte Waren aus industrieller (bio-)landwirtschaftlicher Produktion verkauft. Dabei steht die Dienstleistung im Vordergrund, anstelle der Beziehung zum Hof. Wie oben genannt ist das Gemüse in der Solawi rein saisonal.

Ist das Gemüse alles vom eigenen Hof?
Jein. Das ist auf jeden Fall die Idee, aber selten können Ernteausfälle z.B. durch befreundete, ähnlich arbeitende, Höfe kompensiert werden. So geschehen 2016 durch Überschüsse der Solawi Volzendorf - unsere Pastinaken waren ausgefallen. Außerdem kaufen wir, in Absprache mit den Mitgliedern, im Jahr 2017 rund eine Tonne Kartoffeln vom benachbarten Demeter-Betrieb Kai Dech zu, da Kartoffeln eine spezielle Technik benötigen, die wir (noch) nicht haben. Wir arbeiten aber mit unserem Pferd Onyx auf eine eigene Kartoffelversorgung hin. Auch Kooperationen mit anderen Höfen sind denkbar, z.B. mit Imkern oder milchverarbeitenden Betrieben, die unsere Palette für die Mitglieder erweitern.

Ist das Gemüse alles bio?
Jein. Wir arbeiten bio-dynamisch (bekannt durch die Marke "demeter"), sind aber nicht zertifiziert. Statt staatlicher Kontrollstellen übernehmen die Mitglieder selbst die Qualitätsprüfung, indem sie eine Beziehung zum Hof herstellen und selbst die Bedingungen des Anbaus sehen und schmecken können. Wir schließen eine Zertifizierung in den nächsten Jahren aber nicht aus.

Habt ihr auch Tiere?
Wir haben 2 Katzen und die Stute Onyx, die derzeit zum Arbeitspferd ausgebildet wird. Angedacht sind Hühner und langfristig auch weitere Tiere, da Tiere unserer Meinung nach zu einem vollständigen Hof dazugehören.

Produziert oder benutzt ihr tierische Produkte und Dünger?
Wir werden in den nächsten Jahren voraussichtlich keine tierischen Produkte anbieten, können uns aber vorstellen, dies irgendwann zu tun. Wir sind keine biovegane Landwirtschaft. Wir wirtschaften biologisch-dynamisch, was bedeutet, dass wir für die Bodenfruchtbarkeit und den Humusaufbau tierische Dünger wie Stallmist einsetzen.

Gibt es auch Obst?
Diese Jahr gab's die ersten Erdbeeren. Auch Rhabarber ist bereits gepflanzt. Das sind Obstkulturen, die sich leicht auf Gemüseflächen anbauen lassen. Da wir (noch) keine eigene Fläche haben, können wir keine langfristigen Früchte wie Strauchobst und Baumobst anbauen. Wir hoffen jedoch, bald Kooperationen zu Streuobstwiesen-Besitzern herstellen zu können. Auf lange Sicht möchten wir natürlich auch selbst Bäume pflanzen.

Gibt es auch halbe Ernteanteile?
Nein, aber es spricht nichts dagegen, sich selbstorganisiert einen Anteil zu teilen.

Wohin und wie oft wird geliefert?
Wir liefern einmal wöchentlich nach Berlin in 4 Depots in Neukölln, Prenzlauer Berg, Wedding und Friedenau. Um Kontakt zu euren Stadtteilgruppen zu bekommen, meldet euch bitte bei uns. Daneben haben wir einzelne Anteile in der Region Havelland vergeben. Wir wünschen uns bald auch in der Region mehr Beteiligung und hoffen hier auf weitere Depots. Eine Abholung ab Hof ist auch möglich.

Wie wird das Gemüse unter den Mitgliedern aufgeteilt?
Wir packen in der Regel keine Einzelkisten. Die Verteilung organisieren die Mitglieder untereinander. Euch ist freigestellt, ob ihr das Gemüse nach Anteilen genau aufteilt oder nach dem Prinzip "jeder nimmt, was er braucht" vorgeht. Bitte wendet euch für genauere Details an den Verantwortlichen eures Depots.

Ist die Mithilfe auf dem Hof verpflichtend?
Bei uns gibt es keine Pflicht zur Mithilfe. Allerdings begrüßen und fördern wir eine enge Beziehung der Mitglieder zum Hof, wünschen uns auch euren tatkräftigen Einsatz, und werden versuchen, euch mit größeren Aktionen und Festen auf den Hof zu locken (z.B. Kartoffelernte, Erntedankfest, Einkochen, Sauerkrautmachen).

Was kann ich sonst einbringen?
Außer der Zusage, ein Jahr lang deinen finanziellen Beitrag zu leisten und zu Beginn des Wirtschaftjahres an der Vollversammlung und Bieterrunde teilzunehmen, haben wir keine Erwartungen an euch. Trotzdem basiert das Prinzip SoLawi darauf, dass viele Hände gemeinsam die Organisation und Verteilung des Gemüses ergreifen - genau den Teil, den sonst Groß- und Einzelhandel übernehmen und ihren Gewinn erzielen. Insofern ist immer Engagement beim Betreuen der Depots, bei der Kommunikation, Werbung neuer Mitglieder, der Organisation gemeinsamer Aktionen etc. gefragt. Was kannst du besonders gut?

Und wie werde ich jetzt Mitglied?
Melde dich bei uns! Du kannst entweder direkt einsteigen, oder einen Platz auf der Warteliste bekommen.